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Mach dein Licht an

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

Ihr seid das Salz der Erde.  Wenn das Salz seinen Geschmack verliert,  womit kann man es wieder salzig machen?  Es taugt zu nichts mehr,  außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden.  

Ihr seid das Licht der Welt.  Eine Stadt, die auf einem Berg liegt,  kann nicht verborgen bleiben.  Man zündet auch nicht eine Leuchte an  und stellt sie unter den Scheffel,  sondern auf den Leuchter;  dann leuchtet sie allen im Haus.  

So soll euer Licht vor den Menschen leuchten,  damit sie eure guten Taten sehen  und euren Vater im Himmel preisen.  

© Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart, Hrsg.: (Erz-)Bischöfe Deutschlands, Österreichs, der Schweiz u.a.Herausgebender Verlag: Katholische Bibelanstalt GmbH, www.bibelwerk.de, Katholische Bibelwerke in Deutschland, Österreich, Schweiz

Vor ein paar Jahren gab es ein Lied von Ich + Ich mit dem Titel „Mach dein Licht an“. Darin ging es darum, Mut zu fassen und sich Neuem zuzuwenden, nachdem eine Beziehung zu Ende gegangen ist. Es war ein Aufruf, nicht aufzugeben, immer wieder neu Mut zu finden, zu sich zu stehen und den eigenen Weg zu gehen.

Christ oder Christin zu sein ist kein Patentrezept gegen Schmerz, Scheitern, Zweifel, Ausbrennen oder Leiden. Was bedeutet vor diesem Hintergrund der Auftrag: „Stell dein Licht nicht unter den Scheffel“? Also: Verstecke dich nicht. Verdecke nicht, wo du etwas von der frohmachenden Botschaft des Christentums verstanden hast.

Mein erster Gedanke zu diesem Evangelium war ganz praktisch. Vor Kurzem habe ich mir eine neue Tischlampe fürs Büro gekauft. Man kann zwischen kaltem und warmem Licht wählen: Das kältere, weiße Licht wirkt aktivierend, das warme Licht erinnert an Kerzenschein oder einen Sonnenuntergang und lädt zur Entspannung ein. Je nach Tageszeit und Stimmung schaue ich, was gerade passt.

Und da die Lampe im Büro steht, signalisiere ich damit natürlich auch etwas nach außen: Herein mit dem Leben – oder heute bitte etwas ruhiger. So zeige ich mit meiner Lampe auch ein wenig von mir selbst. Ein Stück weit ist das eine Einladung an die anderen sich ebenfalls zu zeigen. Denn es ist schön zu wissen, wie es meinen Mitmenschen geht, was ihnen wichtig ist und was sie bewegt – auch im Büroalltag.

Im Wissen umeinander kommen wir Menschen uns näher, und das Miteinander wird leichter. Manchmal erfahre ich dabei, was andere zum Leuchten bringt – und für wen es eine(n) Größere(n) als uns selbst gibt oder etwas Größeres, das wie eine Steckdose ist, aus der die innere Lampe ihre Kraft bezieht.